Amazon Seller Central Guide

Die ersten Schritte im Verkäuferkonto von Amazon

Du möchtest auf dem Marktplatz Amazon verkaufen und schnell Umsatz machen – kein Problem, denkst du? Ganz so leicht, wie man es sich vorstellt, ist es leider nicht und die Umsetzung der Verkaufsstrategie im Amazon Seller Central, dem Backend von Amazon, gestaltet sich häufig deutlich schwerer als erwartet. Damit du dich im Seller Central schnell zurechtfindest und dein Business effizient aufbauen kannst, geben wir dir in diesem Blogbeitrag einen Überblick über die ersten Schritte, die umzusetzen sind.

Was ist das Amazon Seller Central?

Das Seller Central ist das Verkäuferportal, quasi das Cockpit von Amazon, von dem aus alle Produkte und Verkäufe gesteuert werden können. Um Produkte zum Verkauf anbieten zu können, muss also ein Seller Central Konto eingerichtet werden.

Amazon Seller Central

Nach der Registrierung, für die nur eine Kreditkarte benötigt wird, bietet das Seller Central viele Funktionen, die zur Verkaufsförderung genutzt werden können. Neben dem Managen der Angebote können auch Berichte und Statistiken eingesehen, Werbekampagnen gesteuert und die Kommunikation mit dem Kunden geführt werden. Wir geben dir in diesem Blogbeitrag einen Überblick über die wichtigsten Funktionen, die du benötigst, um deine Produkte auf Amazon zu verkaufen.

So registrierst du dich für das Amazon Seller Central

Während des Anmeldeprozesses müssen verschiedene Angaben gemacht werden, u.a. private Daten zu deiner Person, aber auch ein Zahlungsmittel muss direkt angegeben werden. Außerdem stehen diese Schritte zur vollständigen Registrierung deines Seller Central Kontos an:

  • Identitätsprüfung: Es wird geprüft, ob du auch tatsächlich die Person bist, die du angibst zu sein. Dafür ist dein Personalausweis notwendig.
  • Zwei-Schritt-Verifizierung: Amazon möchte dein Konto bestmöglich sichern, daher ist für den Login ein zweiter Anmeldungsschritt notwendig, nachdem du dein Passwort eingegeben hast. Dafür musst du eine Handynummer angeben, auf die ein Code gesendet wird, der zur Anmeldung angegeben wird. Alternativ kannst du auch eine Authentifizierungs-App hinterlegen, über die der Code abrufbar ist.
  • Angabe der Ust-IdNr.: Du musst deine Umsatzsteuer-IdNr. hinterlegen, da diese Angabe seit Juli 2021 für den Verkauf auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay verpflichtend ist.
  • AGB-Angaben: Nicht nur bei deiner eigenen Webseite, sondern auch beim Verkauf über Amazon müssen Angaben zum Impressum, der Datenschutzerklärung und der Widerrufsbelehrung gemacht werden. Hier solltest du aufpassen und nicht von anderen Verkäufern kopieren, da diese Texte auf die eigenen Angebote und Produkte angepasst werden.
  • Kreditkarte hinterlegen: Unter anderem für die Werbeausgaben ist die Hinterlegung der Kreditkartendaten notwendig. Die Kosten für deine Werbung werden nämlich nicht direkt mit deinem generierten Umsatz verrechnet, sondern separat abgebucht.
  • Geschäftliche Angaben: Firmenname und weitere geschäftliche Angaben müssen ebenfalls hinterlegt werden.

Seller Central Kosten: Welcher Tarif passt am besten zu meinem Business?

Schon während des Anmeldeprozesses musst du dich entscheiden, welchen Tarif du wählen möchtest. Du hast die Wahl zwischen dem Basic- und dem Professional-Tarif. Wir führen dir die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Tarifen auf, damit du einschätzen kannst, welcher für dich der richtige ist:

Basic-Tarif Professional-Tarif
Monatliche Gebühr - 39,00 € monatliche Gebühr (netto)
Gebühr pro Verkauf 0,99 € Gebühr pro verkauftem Produkt Kategorie-spezifische Verkaufsgebühren
Amazon Support -
Nutzer 1 Nutzer Mehrere Nutzer können eingeladen werden
Werbung keine Werbung möglich Produkt-, Brand- & Displaywerbung
Buy-Box Der Einkaufswagen-Button kann nicht erreicht werden Konkurrenz zu Wettbewerbern für den Einkaufswagen-Button
Statistiken -

Der Basic-Tarif eignet sich eher für Verkäufer, die noch nicht sicher sind, wie viele Produkte sie einstellen und verkaufen werden. Kosten an Amazon müssen nur abgegeben werden, wenn tatsächlich Umsatz generiert wird. Somit ist dieses Modell eher die sichere Variante.

Ab dem 40. verkauften Produkt im Monat lohnt sich rein rechnerisch der Professional Tarif. Spätestens aber, wenn Werbung geschaltet werden soll, muss der Wechsel ohnehin stattfinden, da dies im Basic-Tarif nicht möglich ist. Eine Voraussetzung für die Nutzung des Professional Tarifs ist jedoch, alle Angaben zum Unternehmen gemacht zu haben.

Die wichtigsten Funktionen des Amazon Seller Centrals

Als Professional Seller bietet dir das Amazon Seller Central viele Möglichkeiten und Funktionen, dein Business auf amazon.de aufzubauen. Wir fassen dir hier die wichtigsten zusammen, die du tagtäglich gebrauchen wirst.

Produktangebote erstellen

Auf dem Marktplatz Amazon dreht sich alles um Produkte. Deshalb ist die wohl wichtigste Funktion, die das Amazon Seller Central bietet, das Hinzufügen von Angeboten bzw. Produkten. Es werden dabei viele verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten geboten, die je nach Kategorie, in der du deine Produkte einsortierst, variieren.

Als Faustregel gilt: Je mehr Informationen du angibst, desto mehr Informationen bzw. Keywords gibst du dem Amazon Algorithmus, um deine Produkte anzuzeigen. Ein detailliert konfiguriertes Produktangebot kann dir dabei helfen, deine Produkte besser zu verkaufen. Neben dem Titel und den Backend-Keywords kannst du Angaben zu Material, Maßen, Farben, Verwendungszweck, usw. machen.

Pro-Tipp: Nimm dir Zeit beim Auswählen der Kategorie. Denn jeder Kategorie sind Keywords zugeordnet, die dann auch bei deinen Produkten hinterlegt werden. Das kann für das Ranking entscheidend sein und auch um für den Bestseller-Rang berücksichtigt zu werden, müssen Produkte in der korrekten Kategorie eingeordnet werden. Diese im Nachhinein zu wechseln ist ein großer Aufwand und nur über den Amazon Support möglich.

Um Produkte hinzuzufügen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • per Datei (vor allem für den Bulk-Upload empfohlen)
  • manuell im Seller Central

Wenn du nur einige wenige Produkte anbieten möchtest, kannst du diese auch schnell mithilfe einer Maske im Seller Central machen. Dir wird dabei genau angezeigt, welche Informationen zwingend angegeben werden müssen und welche Informationen “nice-to-have” sind. 

Mit einer Datei-Vorlage, die du im Seller Central zunächst downloaden und anschließend ausfüllen kannst, besteht die Möglichkeit schnell viele Produkte einzustellen. Ähnlich wie die Maske, die zum manuellen Upload genutzt wird, wird dir in der Datei (Excel) vorgegeben, was du ausfüllen musst. Sobald du alle Angaben eingetragen hast, kannst du die Datei im Seller Central dann wieder hochladen und nach kurzer Zeit werden dir deine Produkte angezeigt und stehen für Kunden zum Verkauf.

Lagerbestand und Preise verwalten

Nachdem die Produkte eingestellt und die Angebote auch aktiv sind, gilt es sie zu verwalten und zu optimieren. Um für Kunden sichtbar zu werden, ist eine Optimierung mittlerweile zwingend notwendig. Denn sonst hast du keine Chance, dass deine Produkte sich gegen die Konkurrenz durchsetzen und im Ranking weit nach vorne kommen. 

Wie auch bei Google, ist es bei Amazon wichtig, auf Seite eins der Suchergebnisse zu kommen, sonst wird kaum ein Kunde deine Produkte sehen – egal wie hochwertig sie sind. Zu dieser Optimierung gehören u. a. Keywords, die in dem Titel und den Bullet Points eingebaut werden sollten. 

Aber auch die Optimierung der Bilder und im besten Fall sogar Videos gehört neben vielen anderen Dingen dazu. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten die Preise ab und zu angepasst werden. Auch das ist im Seller Central möglich, ebenso wie das Einrichten von Coupons, Rabatten und Angeboten. 

Bestellungen verwalten

Das Dashboard des Seller Centrals gibt dir einen Überblick über deinen täglichen Umsatz. Einen genauen Einblick in den Umsatz und die Anzahl der Bestellungen siehst du unter “Statistiken” (mehr dazu erklären wir dir weiter unten).

Unter dem Menüpunkt Bestellungen verwalten findest du eine Einsicht aller Bestellungen und deren Details. Sie werden sortiert nach “ausstehend”, “storniert”, “nicht versandt” und “versendet”, sodass du immer einen genauen Überblick behältst, welche Bestellung noch eine Bearbeitung bzw. Versand benötigt. An dieser Stelle hast du auch die Möglichkeit, die Rechnung hochzuladen, sofern du nicht den automatischen Rechnungsstellungsservice von Amazon nutzen oder ein externes Tool verknüpfen möchtest.

Ach übrigens: Amazon überweist dir im Normalfall alle zwei Wochen deine Einnahmen. Dabei wird immer ein bestimmter Betrag zurückgehalten, z. B. für Retouren. Solltest du dir auch zwischendurch Einnahmen auszahlen lassen wollen, kannst du das auch manuell anstoßen.

Kundenkommunikation

Um deine Kundenzufriedenheit hochzuhalten, ist es wichtig, auf jegliche Anfragen umgehend zu reagieren. Im Amazon Seller Central Dashboard wird dir direkt angezeigt, wie viele Käufernachrichten du bekommen hast. Kunden können dir bei Fragen zu Bestellungen oder Produkten eine Nachricht schreiben. Aber auch bei Beschwerden ist dies die beste Möglichkeit, in Kontakt zu treten, den Kunden zufriedenzustellen und im besten Fall eine schlechte Bewertung zu verhindern.

Übersicht über die Verkäuferleistung

In der Verkäuferleistung erhältst du eine Übersicht über die Hygiene deines Seller Central Accounts. Zu den Kennzahlen der Verkäuferleistung gehören unter anderen die Lieferpünktlichkeit, Bestellmängel oder Rechnungsmängel. 

Um deine Produkte laufend anbieten zu können, ist eine gute Verkäuferleistung zwingend notwendig, daher solltest du unbedingt regelmäßig in dieser Übersicht vorbeischauen. Sollte eine der Raten unter die von Amazon vorgegebene Grenze geraten, kann sich das auf das Ranking, den Gewinn des Warenkorbs aller Produkte und somit auch deinen Umsatz auswirken. 

Gerät deine Verkäuferleistung zu stark in den negativen Bereich, kann sogar dein gesamter Account gesperrt werden. Dann ist ein Amazon Maßnahmenplan erforderlich, um das Verkäuferkonto wieder zu entsperren.

Versandoptionen verwalten

Das Amazon Seller Central bietet dir viele verschiedene Optionen, den Versand individuell einzurichten. Du kannst verschiedene Versandvorlagen für deine Produktgruppen vorbereiten, den Versandpreis und die Versanddauer anpassen und auch den Versand in andere Länder bestimmen. Generell gilt, dass die Angabe einer kurzen Versanddauer natürlich besser ist – jedoch nur, solange du diese auch einhalten kannst. Sollten sich die Lieferungen mehrfach verspäten, wirkt sich das negativ auf deine Verkäuferleistung aus.

Statistiken einsehen

Unter dem Menüpunkt Statistiken & Berichte erhältst du Einblicke in alle wichtigen Kennzahlen zu deinen Bestellungen und deinen Produkten. Du kannst dir z. B. die Conversion Rate, die Umsätze, die Anzahl der Verkäufe pro Produkt oder die Seitenaufrufe anschauen. Der Zeitraum, zu dem dir die KPIs angezeigt werden, kannst du selbst bestimmen.

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Ist eine Markenregistrierung direkt zu Anfang notwendig?

Damit du die kompletten Vorteile von dem Verkauf über Amazon nutzen kannst, solltest du deine Marke bei der Amazon Brand Registry anmelden – auch schon vor deinem Verkaufsstart. Sofern deine Marke beim Patentamt angemeldet ist, ist die Anmeldung bei der Markenregistrierung von Amazon reine Formsache. Nach der Registrierung stehen dir viele zusätzliche Funktionen zur Verfügung, die deine Markenbekanntheit steigern können. Dazu gehören u.a.:

Markenschutz

Der wohl größte Vorteil der Markenregistrierung ist, dass Amazon mit Hochdruck daran arbeitet, dass Produkte deiner Marke nicht von anderen Verkäufern angeboten werden können, sofern du dafür nicht die Erlaubnis gibst.

Amazon-Shop

Mit einem Amazon-Shop kannst du dir eine eigene kleine Webseite innerhalb von amazon.de erstellen, inkl. verschiedener Unterseiten und Verlinkungen zu deinen Produkten. Du kannst dabei deine Marke in den Vordergrund stellen und die Werte, die du vertrittst, präsentieren. Deine Kunden können so auch dein gesamtes Produktportfolio entdecken, wodurch sich der Wert deines Warenkorbs deutlich steigern kann.

Markengeschichte & A+ Content

Sowohl A+ Content als auch eine Markengeschichte können nur eingestellt werden, wenn deine Marke registriert ist und diese auch bei deinen Produkten hinterlegt ist. Obwohl beides für die Platzierung deiner Produkte nicht sehr relevant ist, kann ein ansprechender A+ Content die Käuferrate erhöhen und die Retourenquote senken. Denn du kannst deine Produkte mit weiteren Bildern und detaillierten Informationen darstellen, als der Titel und die Bullet Points es zulassen – so erhalten deine Kunden ein genaueres Bild des Produktes.

Vine

Mit dem Amazon Vine Programm hast du die Möglichkeit schnell Bewertungen zu generieren, weil du deine Produkte kostenlos an Produkttester schicken kannst und für diese Produkte im Gegenzug Bewertungen geschrieben werden. Da Bewertungen einen großen Einfluss auf das Ranking haben, ist es besonders bei neuen Produkten sehr wichtig, schnell und unkompliziert Rezensionen zu sammeln.

Sponsored Brand (SB) und Sponsored Display (SD) Kampagnen

Neben den Sponsored Product (SP) Kampagnen, die du auch ohne registrierte Marke schalten kannst, hast du mit SB und SD Kampagnen die Chance, deine Marke und deine Produkte an anderen Stellen, als in den Suchergebnissen zu platzieren. Eine Brand Kampagne wird z.B. oberhalb der ersten gesponserten Produkte angezeigt und bietet dir die Chance neben gleich 3 Produkten auch dein Logo, einen CTA, Slogan und sogar ein Lifestylebild zu präsentieren. SD-Kampagnen eignen sich sehr gut, um deine Marke auf den Produktdetailseiten deiner Konkurrenten zu platzieren und diese auf deine Marke und deine Produkte aufmerksam zu machen.

Neben den genannten Vorteilen bietet eine Markenregistrierung noch viele weitere Vorteile, wie z. B. die Möglichkeit A/-Tests einzurichten oder besondere Markenstatistiken zu erhalten. Deine Marke bei der Amazon Brand Registry anzumelden lohnt auch also – auch schon vor dem Verkaufsstart!

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